Was tun mit jungen Findlingen ?

 

Jungvögel, die noch nicht fliegen können und mehr oder weniger schutzlos umher hüpfen,

während ihre Eltern nach Nahrung suchen, machen einen recht hilflosen Eindruck und erwecken vielfach

das Mitleid der Menschen. Sie werden aufgehoben und mitgenommen in der Annahme, die Eltern hätten es verlassen.

Vogeleltern kümmern sich jedoch liebevoll um ihren Nachwuchs und würden diesen niemals grundlos im Stich lassen.

Einem auf dem Boden oder an gefährlicher Stelle (z.B. Straßenrand) sitzenden Jungvogel können Sie Hilfe leisten, indem Sie

ihn dort in einen Busch oder Baum setzen. Wenn Ihre Kinder einen munteren Jungvogel mit nach Hause bringen, sollten Sie ihn

umgehend zum Fundort zurückbringen und beobachten, ob die Eltern den Nachwuchs versorgen.

Bedenken Sie bitte: Die Überlebenschancen bei künstlicher Aufzucht sind gering. Man kann keine Vogeleltern ersetzen.

Allein beim Futter wird man nie zu 100% das anbieten können, was die Eltern füttern. Man kann nicht verfolgen ,ob er sich später

draußen zurechtfindet und sich selbständig ernähren kann. Falsche Fütterung verursacht dauerhafte Knochen- und Gefiederschäden,

wird er also den nächsten Winter oder den Flug in den Süden überleben? Man fühlt sich schnell als Retter, doch den

weiteren Lebensweg, wenn man es geschafft hat, den Jungvogel aufzupäppeln, kann man nicht verfolgen.

Jungvögel also bitte nur in begründeten Ausnahmefällen mitnehmen und die Aufzucht nie ohne sachkundige Hilfe durchführen.

Lassen Sie sich bei uns beraten!

Dem Bundesnaturschutzgesetz zufolge dürfen Jungvögel überhaupt nur dann vorübergehend aufgenommen werden,

wenn sie verletzt, krank oder tatsächlich hilflos sind. Die Tiere sind schnellstmöglich wieder freizulassen, sobald sie in der Natur

frei überleben können.

 

Quelle: du und das Tier 1/2005